Startzeit: 8:26 Uhr
Fahrzeit insgesamt: 5:05:51 h
Tages-km: 92,99 km
Ankunft Ortsgrenze ca. 15.00 Uhr
Ankunft Haus ca. 15.35 Uhr
Wetter: ca. 13-17°C, größtenteils recht windig, aber kein Gegenwind, kam eher seitlich, fast nur Regen
Den Streckenplan gibt es hier!
Gestern Abend bin ich noch in Minden zu einem Araber, auf den ich zufällig gestoßen bin, weil es ansonsten in der Innenstadt irgendwie nix gab, was mir so zugesagt hat. Da waren außer mir nur noch 2 Leute. Dachte schon, komisch. Voll der nette moderne arabisch angehauchte Laden. Essen war total super, Hauptgericht nur EUR 7,50 und die mega-Portion. Dazu ne sehr leckeren und schweren libanesischen Rotwein! Danach bin ich tot ins Bett gefallen.
Heute morgen bin ich schon 7.10 Uhr zum Frühstück. Leider regnet es. Naja, das war mir heute sowas von egal. Das Frühstück war super, ich war die einzige Frau, ansonsten nur ne Haufen Business-Typen. Lustig. Hab mir dann Zeit gelassen und bin gemütlich losgeradelt, in voller Regenausrüstung.
Fotos von Minden gibt es keine. Gestern Abend hatte ich keine Lust, morgens war Regen und so interessant ist die Stadt nun auch wieder nicht, dazu hatte ich schon zu viele schöne Orte gesehen.
Es ging heute in die norddeutsche Tiefebene, d.h. es war flach, flach, fach …..
Nach ca 2,5 km ne Umleitung für Radler: Weser-Radweg Richtung Norden gesperrt. Dachte mir, na das fängt ja schon gut an. Ok, die Umleitung war 1a ausgeschildert, null problemo.
Zunächst ging es direkt an der Weser lang, und zwar sowas von direkt, das man meinte, man plumbst da gleich rein! Später ging es durch Felder/Wiesen, die Weser versteckte sich mal wieder und ab und an fuhr man mal wieder direkt an ihr. Der Weg war wieder überwiegend auf Asphalt, ab und an mal kurz auf Schotter bzw. durch den Wald.
Unterwegs hab ich mal kurz an einem Radler-Rastplatz halt gemacht, um zu schauen, wie ich denn ab Nienburg schnellstmöglich nach Dörverden kommen könnte. Das Wetter war recht greislich. Naja, hab dann entschieden, das zu vertagen, bis ich in Nienburg bin. An dem Radler-Rastplatz traf ich ne sehr netten älteren Herren (Ende 50), der seit 18 Jahren Radl-Touren macht (auch alleine, seine Frau mag das nicht) und wir haben uns kurz unterhalten. Er meinte auch, Regen wäre nicht schlimm, schlimm wäre Gegenwind (kann ich nur bestätigen) und wenn einem kalt werden würde. Genau meine Erfahrung. Es waren übrigens wieder ein Haufen Radler in Regenkleidung unterwegs und das ist dann immer ein großes Hallo, weil jeder wahrscheinlich Stolz drauf ist, dass er das durchzieht und auch beruhigt, dass es noch andere Deppen gibt.
Ca. bei km 40 hörte es auf zu regnen, das war so kurz vor Stolzenau. Hab mich aber erst getraut nach ca. 52 km das Regenzeug auszuziehen. Die Garmaschen und Hose habe ich notdürftig im nassen Gras gesäubert, sah echt greislich aus und dann in einer Plastiktüte verstaut. War aber auch ne blöde Entscheidung das Zeug auszuziehen. Denn nach 5 min fing es an zu nieseln und das sollte bis Dörverden so bleiben. Die Windjacke hat das aber super mitgemacht. Ich hatte auch keinen Bock mehr auf das Regenzeug.
Nach ca. 62 km war ich in Nienburg. Bin dann in der Fußgängerzone (Der Weser-Radweg führt da direkt durch) was Essen gegangen (Gulaschsuppe und leckeren Butterkuchen) und hab meine Mutter angerufen. Dachte, wenn mich hier jemand sieht, den ich kenne, informiert der meine Mutter, also lieber gleich mal selbst angerufen und gesagt, dass ich so zwischen 15.30/16.00 Uhr wohl da sei. Nach und nach trafen in dem Cafe immer mehr Radler ein, kein Wunder, der Weg führt gleich links runter weiter, da mussten einfach alle vorbei.
Bin dann ab Nienburg nicht mehr die Hauptroute des Weser-Radweges gefahren, sondern eine Alternativroute, die zu meinem großen Erstaunen sogar ausgeschildert war. Ich kenne mich ja hier einigermaßen aus, deshalb wäre ich auch ohne Ausschilderung nur mit Karte gut klar gekommen. Der Weg war aber dann teilweise nicht so toll, mal ne längere Passage auf Kopfsteinpflaster etc, aber ging ansonsten schon gut zu fahren. In Haßbergen hab ich dann die Alternativroute verlassen und bin auf den Radweg an die B 215, die direkt nach Dörverden führt. Kurz vor Hassel hab ich meine Mutter angerufen und gesagt, wo ich bin. Hab sie da anscheinend in Stress versetzt, weil ich so schnell war. Ging heute super, hatte total frische Beine, eine super Laune , weil das Ziel ja nahte. Heute konnte mir gar nix was anhaben.
Meinte Mutter meinte dann, ich solle in Drübber, ca. 3 km vor unserem Haus und Ortsgrenze zu Dörverden an der Bushaltestelle mal warten. Ok dachte ich mir, mach ich. Dann war ich da, kein Schwein zu sehen, mein Bruder nicht auf Handy zu erreichen. Mmh, komisch. Dann sah ich von weitem 3 Leute. Ich war einfach auf der falschen Seite an der Bushaltestelle. Die hatten ja auch nicht gesagt wo und ich hatte keine Ahnung, wo da noch eine ist. Naja, hab sie dann gesehen und bin hin. Da waren dann meine Mutter, mein Bruder und mein Lieblingsonkel Helmut. Es wurden Fotos gemacht und es gab Sekt. Meine Tante Vreni kam kurz darauf auch noch dazu. Super Empfang!!! Ganz ganz lieben Dank, Ihr seid super :-)! Der Stress für meine Mutter war, dass sie schnell zu meinem Onkel mussten, da der gerade kein Auto zur Verfügung hatte, denn das hatte meine Tante und dann zu der Bushaltestelle gefahren sind. Mit dem Auto kein Problem, aber ich war auf dem Rad zum Schluß auch nicht gerade langsam.
Wir haben dann eine Pulle Sekt geleert und dann bin ich die restlichen ca. 3 km mit schweren Beinen heim. Mein Bruder hat dann noch ein Empfangsvideo gemacht, siehe unten.
Hab dann erst mal alles ausgezogen und wir haben schön Tee getrunken mit leckerem Blaubeerkuchen. Danach hab ich erst mal geduscht und wir hatten ordentlich was zu erzählen. Abends hat meine Mutter lecker gekocht und wir haben viel Wein getrunken. Bestimmt keine gute Idee, bin wahrscheinlich morgen voll groggy, aber momentan fühle ich mich super und auch nicht angestrengt. Warten wir ab was kommt.
Die Fotos sind hier! (Zugegeben, etwas schilderlastig)
Da möchte ich dann nochmal gratulieren, ich kann mich den Worten von Brigitte nur anschließen, Du hast eine grandiose Leistung geschafft.
Und jetzt bist du die berühmteste Radlerin in Dörverden und ausserdem beste Deiner Altersklasse!
“weil jeder wahrscheinlich Stolz drauf ist, dass er das durchzieht und auch beruhigt, dass es noch andere Deppen gibt.”
Das ist auch so, wenn man morgens um 05:00 Uhr irgendwo lang läuft, da grüssen alle.
Steffen
Hi Andrea,
das war eine grandiose Leistung, alle Achtung!!
Glückwunsch Du hast es geschafft!
Liebe Grüße
Brigitte u. Roland